Mary

Moin Leute,

heute möchte ich Euch (endlich) mal wieder einen kleinen Portfolio-Post, verbunden mit einer kleinen Geschichte präsentieren … einer Geschichte über Mary.

Es sollte der letzte Shoot im nicht sonderlich glorreichen Jahr 2020 sein. Ein Shoot, der eigentlich noch nicht mal geplant war. Dennoch bin ich froh ihn gemacht zu haben. Denn dadurch habe ich Mary kennengelernt.

Ich glaube das erste Mal aufmerksam auf sie geworden bin ich so Anfang September. Durch einen Post von Andreas Jorns, der Werbung für das Buch “Along comes Mary” gemacht hat. Ein Bildband von Herr Bert über Mary (welcher inzwischen berechtigterweise ausverkauft ist).

Ich habe dann die Profile überflogen, mich aber erstmal nicht weiter damit beschäftigt. Aber irgendwas hat mich nicht mehr losgelassen und ich bin immer wieder auf die Profile zurück gekommen … besonders das von Mary. Irgendwie hat sie mich nicht mehr losgelassen und ich habe mich dann auch noch mehr mit dem Buchprojekt von den beiden befasst … zwei Menschen mit Depressionen, die sich mehr oder weniger selbst therapieren. Ein mutiges und faszinierendes Projekt zugleich.

Das Problem dieser Krankheit ist, dass man sie dem Menschen nicht ansieht und das sie in unserer Gesellschaft noch nicht wirklich Akzeptanz findet. In so einen Menschen reinversetzen können sich die wenigsten. Umso beeindruckender fand ich, dass die beiden so offen damit umgehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir das Buch noch nicht gekauft. Allerdings war ich fasziniert von Mary. Sie hatte etwas an sich, was mich irgendwie fesselte. Etwas, was ich nicht beschreiben kann. Aber etwas, was mir sagt, dass ich sie gerne kennenlernen und shooten würde.

Irgendwann hat Mary dann eine Eintrag in ihrer Story gepostet, wer im Dezember noch Lust hätte was mit ihr zu machen. Man konnte hier nur auf “Ja” oder “Nein” klicken, sie würde sich dann melden.

Ich habe natürlich auf “Ja” geklickt, war aber der festen Überzeugung, dass sie sich nicht melden würde. Umso überraschter war ich, dass sie es dann doch gemacht hat.

Wir haben uns dann etwas ausgetauscht und einen Termin klar gemacht. Die Kommunikation war super locker. Mary hat mir gleich gesagt, dass sie psychisch krank sei (was ich ja schon wusste). Ich wusste aber nicht ganz, was mich erwarten würde. Oder wie ich mich verhalten sollte oder ob ich mich überhaupt irgendwie “verhalten” soll.

Als dann der Tag des Shoots kam, holte Mary mich vom Bahnhof ab. Eine ruhige junge und wunderschöne Frau, der man ihre Krankheit weder ansah noch anmerket … was wie schon erwähnt das Fatale an dieser Art Krankheit ist.

Wir fuhren zu ihr nach Hause und quatschen erstmal stundenlang. Über sie, über ihre Krankheit, über ihr Projekt. Es war ein sehr spannendes und berührendes Gespräch.Und ich habe sie bewundert, wie offen sie mit dem Thema umgeht … was mich dann wiederum ermutigt hat, ihr auch viele Fragen zu stellen. Es war bemerkenswert.

Das Buch habe ich dann selbstverständlich auch gekauft. Und mit den Informationen aus unserem Gespräch habe ich das Buch noch wieder mit anderen Augen gesehen. Nicht das die Texte in dem Buch nicht ausgereicht hätten, es war einfach noch intensiver mit den zusätzliche Informationen, die ich aus dem Gespräch hatte.

Das Buch ist ein sehr berührendes und intensives Buch. Die Bilder sind zuweilen nicht perfekt … aber wo sind sie das schon. Viel wichtiger ist, dass die Bilder echt sind und eine Geschichte haben. Und dieses Buch hat eine Geschichte. Eine echte Geschichte die in unserer Gesellschaft nicht wirklich Akzeptanz findet. Und das macht dieses Buch zu etwas besonderem. Gerade weil Fotograf und Protagonist an derselben Krankheit leiden. Ich ziehe diesen Bildband auf jeden Fall vielen anderen Bildbänden vor, die behaupten emotionale Bilder zu zeigen.

Aber nun genug der Worte. Am Ende stand ja noch der Shoot auf dem Plan, aus welchem Ihr hier ein paar Ergebnisse sehen könnt. Bilder von einer wunderbaren jungen Frau, die es nicht leicht im Leben hat. Und dennoch macht sie das Beste daraus. Und sie hat mir Bilder geschenkt, die ich beim ersten Shoot in dieser Konstellation nicht erwartet hätte. Vielen Dank dafür …

Franzi

Moin Leute,

lange habe ich keinen Portfolio-Blog mehr gemacht, von daher dachte ich, dass es mal wieder Zeit dafür wird. Vor allen Dingen nachdem ich Franzi endlich mal persönlich kennengelernt habe und mir klar war, dass ich wieder mal eine ganz besondere Menschin vor der Kamera habe.

Franzi und ich “kennen” uns schon lange … virtuell. Oft wollten wir was machen, nie hat es so richtig gepasst und am Ende wurde es dann noch mehrmals hin und her geschoben … Corona sei Dank. Dennoch haben wir es letztendlich geschafft, was aber leider nun auch schon wieder Wochen her ist.

Franzi sprüht vor Lebenslust und Fröhlichkeit und dennoch sind wir uns in vielen Dingen beängstigend ähnlich. Was man gar nicht meinen sollte, wenn man mich kennt und weiß, dass ich in der Regel den ganzen Tag nur über alles und jeden am rummoppern bin. Aber trotzdem haben wir uns nach den ersten 5 Minuten so gut verstanden, als ob wir uns schon 5 Jahre kennen.

Deswegen möchte ich Euch heute ein paar wunderbare Ergebnisse von einem wunderbaren Shoot zeigen. Viel Spaß damit.

The Girl

Eines Tages stand sie plötzlich vor mir. Aus heiterem Himmel. Und noch bevor ich es richtig realisieren konnte, war sie auch schon wieder weg. Verschwunden in der Menschenmenge … so schnell wie sie in mein Leben trat, hat sie es auch schon wieder verlassen. Und seitdem geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf …

Ich sehe sie überall. Wenn ich in den Spiegel blicke, sitzt sie auf einmal im Zimmer. Wenn ich das Bad betrete, steht sie vor dem Spiegel. Wenn ich im Bett liege und mich zur Seite drehe, liegt sie auf einmal neben mir. Wenn ich einen leeren Flur entlang gehe, sitzt sie da und blickt mich an. Und jedes Mal wenn ich denke sie ist es wirklich, löst sich ihr Bild in Luft auf.

Wer ist sie? Wo kam sie her? Wo ging sie hin? Wie kann ich sie wiedersehen? Ein Geschöpf, erschaffen aus der wahrhaftigen Schönheit dieser Welt. Zu schön um real zu sein … zu real um ein Traum zu sein.