Farbspiele

Moin Mädels,

wie Ihr wisst, bin ich bekennender S/W Fotograf. Allerdings bin ich ja auch ein bekennender Misanthrop und fotografiere trotzdem Menschen. Genau wie ich ein bekennender FastFood-Junkey bin und dennoch mal nen Apfel esse … okay, der Vergleich hinkt vielleicht ein wenig, doch es passt zu dem, was ich sagen möchte: Trotz meiner Neigung zur S/W Fotografie ist es ab und zu so, dass ich auch mal was in Farbe mache (den ein oder andern Blogpost gibt es ja schon zu dem Thema). Und so soll es auch dieses mal wieder sein. Color your life oder ab und zu mal ein Apfel ist auch gesund.

Aber es ist ja auch so, dass wenn ich in Farbe fotografiere, es an vielen Stellen passen muss. Der Mood muss passen, ich muss Lust haben und der Mensch vor der Kamera muss passen. Und Celina passt einfach immer. Und da ich aus den 70ern komme, muss auch der Retro-Touch mit rein.

Wenn das dann alles zusammenkommt, bekommt man am Ende auch ein perfektes Ergebnis: Farbbilder im Retro-Look mit einem Menschen, der die Bilder zu etwas besonderem macht.

In diesem Sinne, Euch noch einen schönen Tag,
Jens.

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Kira

Moin Leute,

ich wünsche Euch Ostern - frohe Ostern fände ich in der aktuellen Lage etwas übertrieben 😉. Dennoch hoffe ich, dass es Euch soweit gut geht und Ihr alle wohlauf seid.

Das bei mir, wie auch bei vielen anderen, lagebedingt nicht so ganz viel passiert, merkt man sowohl auf meinem Instagram Kanal als auch auf meiner HomePage. Trotzdem versuche ich zumindest alle paar Wochen mal einen lokalen, coronakonformen Shoot zu machen. Denn in dieser Zeit merke ich mehr denn je, wie wichtig mir die Fotografie im Grunde ist und wie bescheiden es ohne sie ist.

So kam es auch, dass ich es nach zwei Jahren endlich mal wieder geschafft habe, mich mit Kira zu treffen und ein paar Bilder zu machen. Eine viel zu lange Zeit in der viel passiert ist … vor allem erkannte ich Kira kaum wieder, da sie sich in den letzten zwei Jahren fotografisch wahnsinnig weiterentwickelt hat. Es war fast so, als hätte ich einen anderen Menschen vor der Kamera.

Die Ergebnisse sind natürlich entsprechend großartig geworden und ich betrachte diesen zweijährige Unterbrechung dadurch mit einem lachenden und mit einem weinenden Auge. Lachend, weil ich durch diese Weiterentwicklung grandiose Bilder bekommen habe. Und weinend, weil ich gemerkt habe, was für einen großartigen Menschen ich zwei Jahre lang nicht gesehen habe.

Aber wie heißt es so schön, besser spät als nie …

Bis demnächst und haltet Euch tapfer.

Liebe Grüße,
Jens.

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Mary

Moin Leute,

heute möchte ich Euch (endlich) mal wieder einen kleinen Portfolio-Post, verbunden mit einer kleinen Geschichte präsentieren … einer Geschichte über Mary.

Es sollte der letzte Shoot im nicht sonderlich glorreichen Jahr 2020 sein. Ein Shoot, der eigentlich noch nicht mal geplant war. Dennoch bin ich froh ihn gemacht zu haben. Denn dadurch habe ich Mary kennengelernt.

Ich glaube das erste Mal aufmerksam auf sie geworden bin ich so Anfang September. Durch einen Post von Andreas Jorns, der Werbung für das Buch “Along comes Mary” gemacht hat. Ein Bildband von Herr Bert über Mary (welcher inzwischen berechtigterweise ausverkauft ist).

Ich habe dann die Profile überflogen, mich aber erstmal nicht weiter damit beschäftigt. Aber irgendwas hat mich nicht mehr losgelassen und ich bin immer wieder auf die Profile zurück gekommen … besonders das von Mary. Irgendwie hat sie mich nicht mehr losgelassen und ich habe mich dann auch noch mehr mit dem Buchprojekt von den beiden befasst … zwei Menschen mit Depressionen, die sich mehr oder weniger selbst therapieren. Ein mutiges und faszinierendes Projekt zugleich.

Das Problem dieser Krankheit ist, dass man sie dem Menschen nicht ansieht und das sie in unserer Gesellschaft noch nicht wirklich Akzeptanz findet. In so einen Menschen reinversetzen können sich die wenigsten. Umso beeindruckender fand ich, dass die beiden so offen damit umgehen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir das Buch noch nicht gekauft. Allerdings war ich fasziniert von Mary. Sie hatte etwas an sich, was mich irgendwie fesselte. Etwas, was ich nicht beschreiben kann. Aber etwas, was mir sagt, dass ich sie gerne kennenlernen und shooten würde.

Irgendwann hat Mary dann eine Eintrag in ihrer Story gepostet, wer im Dezember noch Lust hätte was mit ihr zu machen. Man konnte hier nur auf “Ja” oder “Nein” klicken, sie würde sich dann melden.

Ich habe natürlich auf “Ja” geklickt, war aber der festen Überzeugung, dass sie sich nicht melden würde. Umso überraschter war ich, dass sie es dann doch gemacht hat.

Wir haben uns dann etwas ausgetauscht und einen Termin klar gemacht. Die Kommunikation war super locker. Mary hat mir gleich gesagt, dass sie psychisch krank sei (was ich ja schon wusste). Ich wusste aber nicht ganz, was mich erwarten würde. Oder wie ich mich verhalten sollte oder ob ich mich überhaupt irgendwie “verhalten” soll.

Als dann der Tag des Shoots kam, holte Mary mich vom Bahnhof ab. Eine ruhige junge und wunderschöne Frau, der man ihre Krankheit weder ansah noch anmerket … was wie schon erwähnt das Fatale an dieser Art Krankheit ist.

Wir fuhren zu ihr nach Hause und quatschen erstmal stundenlang. Über sie, über ihre Krankheit, über ihr Projekt. Es war ein sehr spannendes und berührendes Gespräch.Und ich habe sie bewundert, wie offen sie mit dem Thema umgeht … was mich dann wiederum ermutigt hat, ihr auch viele Fragen zu stellen. Es war bemerkenswert.

Das Buch habe ich dann selbstverständlich auch gekauft. Und mit den Informationen aus unserem Gespräch habe ich das Buch noch wieder mit anderen Augen gesehen. Nicht das die Texte in dem Buch nicht ausgereicht hätten, es war einfach noch intensiver mit den zusätzliche Informationen, die ich aus dem Gespräch hatte.

Das Buch ist ein sehr berührendes und intensives Buch. Die Bilder sind zuweilen nicht perfekt … aber wo sind sie das schon. Viel wichtiger ist, dass die Bilder echt sind und eine Geschichte haben. Und dieses Buch hat eine Geschichte. Eine echte Geschichte die in unserer Gesellschaft nicht wirklich Akzeptanz findet. Und das macht dieses Buch zu etwas besonderem. Gerade weil Fotograf und Protagonist an derselben Krankheit leiden. Ich ziehe diesen Bildband auf jeden Fall vielen anderen Bildbänden vor, die behaupten emotionale Bilder zu zeigen.

Aber nun genug der Worte. Am Ende stand ja noch der Shoot auf dem Plan, aus welchem Ihr hier ein paar Ergebnisse sehen könnt. Bilder von einer wunderbaren jungen Frau, die es nicht leicht im Leben hat. Und dennoch macht sie das Beste daraus. Und sie hat mir Bilder geschenkt, die ich beim ersten Shoot in dieser Konstellation nicht erwartet hätte. Vielen Dank dafür …

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